Atemarbeit: Wie dein Atem deine innere Ruhe beeinflusst
- Fabian Solms
- 1. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Wenn der Atem flach wird
Man kennt es: Du sitzt in einem wichtigen Gespräch oder kurz vor einer Deadline, und plötzlich merkst du, wie dein Herz schneller schlägt und deine Gedanken sich überschlagen.
Was dabei oft unbemerkt bleibt: Auch deine Atmung hat sich verändert – sie ist flacher und schneller geworden, fast wie von selbst. Genau hier setzt Breathwork an, eine Methode, mit der ich in meiner Arbeit gerne arbeite.
Was im Körper passiert
Unsere Atmung ist eine der wenigen Körperfunktionen, die sowohl automatisch als auch bewusst gesteuert werden kann. Genau das macht sie so wertvoll für unsere Psyche. Über den Vagusnerv ist die Atmung direkt mit dem parasympathischen Nervensystem verbunden – jenem Teil unseres Nervensystems, der für Ruhe, Erholung und Regeneration zuständig ist.
Atmen wir bewusst langsamer und tiefer, signalisieren wir unserem Körper: Die Gefahr ist vorbei, du kannst entspannen. Das erklärt auch, warum Atemübungen bei Stress, Angst oder innerer Unruhe so wirksam sein können – sie verändern messbare körperliche Prozesse wie Herzfrequenz, Blutdruck und Stresshormonspiegel.
Eine einfache Übung zum Ausprobieren
Eine Technik, die du jederzeit anwenden kannst, ist die sogenannte 4-6-Atmung: Atme vier Sekunden lang ruhig durch die Nase ein, dann sechs Sekunden lang langsam durch den Mund aus.
Die verlängerte Ausatmung ist dabei entscheidend, denn sie aktiviert gezielt dein parasympathisches Nervensystem. Wiederhole das für ein bis zwei Minuten – schon nach wenigen Atemzügen spüren die meisten Menschen eine spürbare Veränderung in Körper und Kopf.
Breathwork im Alltag
Breathwork kann dabei ganz unterschiedlich aussehen: von kurzen, unauffälligen Übungen mitten im Alltag – etwa vor einem schwierigen Gespräch oder in der Warteschlange – bis hin zu längeren, strukturierten Atemsessions, die gezielt zur tieferen Verarbeitung von Anspannung genutzt werden.
Für den Einstieg reicht es aber völlig, sich auf einfache Techniken wie die oben beschriebene zu konzentrieren und sie regelmäßig zu üben.
Ergänzung, kein Ersatz
Wichtig dabei: Breathwork ersetzt keine Psychotherapie, kann sie aber sinnvoll ergänzen. Gerade in Momenten akuter Anspannung ist bewusstes Atmen ein Werkzeug, das dir jederzeit zur Verfügung steht, ganz ohne Hilfsmittel und ohne Vorbereitung. Es passt damit gut zu einem ganzheitlichen Blick auf die Psyche, der Körper, Kopf und Herz gleichermaßen einbezieht.
Wenn du das nächste Mal merkst, wie sich Stress oder Unruhe in dir aufbaut, probiere es aus: Drei bewusste, verlängerte Ausatmungen reichen oft schon, um dir selbst einen kleinen Anker zu geben. Ein kleiner Schritt – mit spürbarer Wirkung.



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